Cabrio

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Ein Cabrio ist umgangssprachlich der Überbegriff für ein offenes Auto, gleichzeitig aber auch ein Teil dieser Gattung. Es ist eine Abkürzung für das französische Wort Cabriolet, was eingedeutscht Kabriolett geschrieben wird. Diese Schreib- und Sprechweise ist aber sehr unüblich geworden.

Begriffe

Bei offenen Autos gibt es folgende Begriffe. Allerdings ist nicht jedes Auto eindeutig zuordnenbar.

Cabriolet

ist ein (meist) sportliches Auto, 2- bis 5-sitzig, mit gefüttertem Verdeck, meistens zwei, selten vier Türen und versenkbaren Seitenscheiben. Oft von einer Limousine abgeleitet. Ein Cabriolet mit vier Türen und vier Fenstern wurde in den 1920er und 1930er Jahren als "Sedan-Cabriolet" bezeichnet. In der gleichen Epoche unterschied man bei Mercedes-Benz die unterschiedlichen Cabriolet-Bauarten durch Ordnungsbuchstaben (z. B. "Cabriolet B").

Roadster

Sportlicher 2-Sitzer mit eigenständiger Karosserie, das Verdeck ursprünglich nur als leichter Witterungsschutz (ohne feste Seitenscheiben! Die Scheiben waren entweder nicht vorhanden oder wurden bei Bedarf auf die Türen gesteckt). Beispiel: MGA bis MGF, Mazda MX-5, BMW Z3, Morgan Plus 8, Honda S2000, Audi TT Roadster

Speedster

Niedrige, flache Windschutzscheibe. Kann von einem Coupé abgeleitet sein. Beispiele: Porsche 356 Carrera Speedsters, Opel Speedster

Landaulet

Vier- oder sechstürige Limousine, deren festes Dach im hinteren Bereich durch ein Faltverdeck ersetzt wurde (ab mittlerer bzw. hinterer Sitzreihe). Früher oft als Staatskarosse und Taxi eingesetzt. Beispiel: Mercedes Benz 600


Targa

Targa ist ein von der Porsche AG geschützter Begriff und ist eine Zusatzbezeichnung für Modelle mit speziellem Dachkonzept. Der Begriff kommt aus dem italienischem und bedeutet "Schild". Der Grund für die Bezeichnung rührt aber von dem Langstreckenrennen Targa Florio her. Der erste Targa wurde im September 1965 auf der IAA präsentiert (911 Targa). Im Gegensatz zum Cabrio gab es ein Überrollschutzsystem (den Targa-Bügel). Vorderes und hinteres Dachteil konnten separat entfernt und im Kofferraum verstaut werden. Ab 1969 gab es eine fest montierte Glasheckscheibe. Ab dem Modell 993 wurde das Konzept geändert und der Targa hatte ein Panoramaglasdach, welches sich elektrisch öffnen lässt. Bei den Modellen 924, 944 und 968 konnte man nur ein schiebdachgroßes Dachstück herausnehmen. In den 80er und 90er Jahren war es im Sprachgebrauch auch üblich ähnliche Konzepte anderer Hersteller als Targa zu bezeichnen. (z. B. BMW Baur Topcabriolet, Fiat X1/9 , Corvette, etc. )

Technik

In früheren Zeiten wurden alle Fahrzeuge auf Rahmen aufgebaut, so dass dem oberen Teil keine tragende Funktion zukam. Allerdings wird diese Bauweise heute aus Gewichtsgründen und wegen des Crashverhaltens nur noch bei Geländewagen für schweres Gelände und bei Lkw angewendet. Mit der Einführung der selbsttragenden Ganzstahlkarosserie im Pkw-Bereich bekam der Aufbau auch eine tragende und versteifende Aufgabe im Fahrzeug. Heutige Cabrios unterscheiden sich daher von den geschlossenen Basislimousinen durch eine Verstärkung im Unterbodenbereich, um die fehlende Versteifung durch Dach und eingeklebte Scheiben zu kompensieren. Teilweise kommt auch permanent sichtbaren Überrollbügeln (z. B. Golf Cabrio) diese Aufgabe zu.

Ein einfaches Absägen des Daches mindert dagegen die Stabilität der Karosserie, so dass entsprechende Eigenbaumaßnahmen wenig Erfolg bieten. In den 70er Jahren wurden aufgrund der Sicherheitsdiskussion Cabrios gebaut die einen zusätzlichen Überrollbügel hatten oder sogar als Cabrio-Limousine konstruiert waren. Z. B. das Baur Top-Cabriolet (www.baur-cabrio.de) auf Basis des 3er BMW. Selbst als BMW ein 3er Voll-Cabriolet anbot, wurde dieses Modell weiterhin verkauft.

Seit Mitte der 90er Jahre gibt es verstärkt Bestrebungen, das flexible Cabrio-Verdeckmaterial (aus PVC oder aus Stoffgewebe) durch ein zusammenklappbares Metalldach zu ersetzen. Nach Fahrzeugen von Peugeot (30er Jahre) und Ford USA (50er Jahre) gebührt dem Mercedes SLK von 1996 die Ehre, das erste in Großserie gefertigte Fahrzeug mit Metall-Klappverdeck zu sein. Das Dach besteht aus zwei Teilen, die über eine aufwändige Kinematik zusammengeklappt und im Kofferraum abgelegt werden. Vorteil dieser Technik: Das Metalldach verschleißt weniger und ist nicht so anfällig gegen Vandalismus wie ein Stoffdach. Außerdem ist ein solches Auto unempflindlich gegen Schnee und Eis und im Innenraum tendenziell leiser als ein Cabrio mit Stoffdach. Diesen Vorteilen stehen mehrere Nachteile gegenüber. So ist das Blechdach teurer als ein Stoffdach und benötigt mehr Platz im Kofferraum. Dazu kommt, dass die meisten herkömmlichen zweiteiligen Konstruktionen nur eine begrenzte Innenraum-Länge abdecken können, was bei viersitzigen Metalldach-Cabrios wie dem Renault Megane oder dem Peugeot 307 durch eine extrem schräge und weit über den Fahrer reichende Frontscheibe kompensiert wird. Dies - so monieren Cabrio-Puristen - beeinträchtigt das gewünschte Open-Air-Feeling. Dennoch scheint die Klappdach-Technik Zukunft zu haben. Mittlerweile gibt es entsprechende Fahrzeuge von Mercedes, Lexus, Daihatsu, Peugeot, Renault, Opel, Chevrolet und Cadillac. Angeblich überlegt BMW, den Nachfolger des gegenwärtigen 3er Cabrios (E46), ebenfalls mit einem festen Metalldach auszustatten.