Düsennadeln

Aus Rolls-Royce Wiki
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In SU-Vergasern kommen grundsätzlich Düsennadeln mit drei möglichen Durchmessern zur Anwendung. Die Nadeln werden als 90er, 100er oder 125er klassifiziert. Die 90er Nadel passt in eine Hauptdüse mit einem Innendurchmesser von 0,090 Zoll, die 100er Nadel in eine Hauptdüse von 0,100 Zoll Innendurchmesser und eine 125er Nadel wird zusammen mit einer Hauptdüse von 0,125 Zoll Innendurchmesser verwendet. Die SU-Vergaser der Größen kleinsten Größe und die später gefertigten Vergaser vom Typ HIF38 sind mit 90er Düsen ausgestattet. Nur der SU-Vergaser der Größe 2 Zoll ist mit der 125er Hauptdüse ausgestattet.


Bauarten

Es gibt zwei unterschiedliche Bauarten von Düsennadeln für SU-Vergaser. Die erste Bauart findet man in den früher hergestellten Modellen der Baureihen H und HD, eine Ausnahme stellen die Vergaser der HD8 Serie mit Abgasregulierung (z.b. US Markt) dar. Sie wird die „fixierte“ Bauart genannt, weil sie mit dem Saugkolben fest verbunden ist. Die neuere Bauart der Düsennadel wurde für die abgasgeregelten Vergaserversionen vom Typ HS und HIF entwickelt. Diese Bauart der Düsennadel ist federbelastet und mit einer vollkommen anderen Klemmvorrichtung am Saugkolben befestigt. Generell kann man eine Umrüstung durchführen, aber wie weit das Nutzen ist bleibt dem einzelnen Überlassen. Generell kann man sagen eine Rückrüstung der HD8 Vergaser auf eine Feste Nadel ist Sinnvoll, bei den HIF Vergasern ist es eher Sinn arm.

Alle Düsennadeln sind im Saugkolben des SU-Vergasers an exakt der selben Stelle fixiert, dass bedeutet der Kragen der Düsennadel liegt bündig mit der Unterseite des Saugkolbens an.

Vergleich

Die Düsennadeln selbst unterscheiden sich jedoch je nach dem Modell des Vergasers und Hersteller der Nadeln. 90er und 100er Düsen gibt es sowohl in der „fixierten" Bauart als auch in der federbelasteten Ausführung.

Die Düsennadelgröße wird vorzugsweise nicht durch Nachmessen bestimmt, sondern durch Ablesen der auf der Düsennadeln angebrachten Produktbezeichung von SU oder dem Fahrzeughersteller.

Bei einer Seriennadel kann man die Düsennadel Größe mit einer der einschlägigen Tabellen Vergleichen. Ausgenommen sind nachgearbeitete Nadeln oder Hersteller Spezifische Nadeln. Rolls Royce verwendete zeitweise bei dem Shadow I ein eigenes Nadeldesign. Natürlich sollte man auch sich im Klaren sein das Abnutzung und Nacharbeitungen das Nadeldesign beeinflussen. Die damals von SU vorgegebenen Messpunkte für den Durchmesser der Düsennadel beginnen am Kragen und befinden sich von dort an gemessen in Abständen von je 3,2 mm entlang der Düsennadel bis ihrem Ende hin. Um eine Düsennadel mit einer anderen vergleichen zu können, sollte man sich mittels eines Markes Linien im Abstand von 3,2mm auf die Nadel anbringen. Am besten fertigt man sich dazu eine Schlaufe aus Kabelbinder welche man auf 3,2mm stärke zurechtfeilt und schiebt die runter.

Unterschiede

Jeder Bereich einer Nadel hat eine bestimmte Aufgabe und hat den Zweck etwas am Gemisch zu beeinflussen. Nichts ist hierbei dem Zufall überlassen. Beim Vergleich von Düsennadeln ist es entscheidet zu vergleichen, was die Nadel in den einzelnen Bereichen macht. Also Anfetten oder abmagern, bei gleich bleibender Düsengröße bewirkt ein kleinerer Durchmesser ein fetteres Gemisch, eine im Durchmesser stärkere Düsennadel eine Abmagerung des Gemischs.

Jeder Vergaserbaureihe sind Düsennadeln einer bestimmten Länge zugeordnet. Nur ein begrenzter Abschnitt der Düsennadel wird tatsächlich zur Bemessung des zugeteilten Kraftstoffs verwendet. Dieser Abschnitt beginnt an einer Stelle nahe des Kragens, die im Leerlauf im Düsenquerschnitt liegt und endet an einem Punkt nahe der Spitze der Düsennadel, der bei Vollgasstellung im Düsenquerschnitt liegt. Die Länge des wirksamen Bereichs der Düsennadel kann bestimmt werden, indem man bei Vollgasstellung im Venturirohr des Vergasers den Abstand von der Unterseite des Saugkolbens bis zur Oberseite des Brückenabschnitts misst. Diese Messung wird mit einem Innentaster vorgenommen, dessen Spreizung dann mit einem Messschieber ermittelt wird.

Überarbeitung

Für die Bearbeitung braucht man eine Standbohrmaschine mit dem geringst möglichen Spiel in seinen Lagern, Schleifpapiere, eine Stoppuhr und mehre Messinstrumente.

Vorneweg man sollte sich bei den Veränderungen die Mühe machen sich eine Markierungslehre passend zur Nadel fertigen. Dabei reicht die Genauigkeit von 3,2mm nicht aus sondern sollte man wirklich 1/8 Zoll als Größe nehmen. Nicht jede Nadel kann vom Material her nachgearbeitet werden. Je nach Herkunft der Düsen-Nadel kann es sein, dass sie eine Überarbeitung nicht überlebt, besonders Low Budget Nadeln die immer mehr auf dem Markt zu finden sind können sehr schlecht überarbeitet werden.

Beim Überarbeiten spannt man die Nadel in eine sauberlaufende Standbohrmaschine ein und lässt sie mit 200 U/min laufen. Drehzahlen über 250 U/min sind nicht empfehleswert.

Generell sollte man beim Einspannen sehr vorsichtig sein und der Nadel gutenhalt geben. Bei den Festennadeln geht dieses recht leicht bei den federbelasten Nadeln kann man eine Spannpratze zur Hilfe nehme. Diese kann bei den einschlägig bekannten Betrieben erworben werden aber sollte vorhanden sein, wenn man die Thematik kennt.

Material Abtragen

Beim polieren oder nacharbeiten der Nadeln ist Schleifleinen die beste Wahl. Körnungen ab die 320 sind ideal. Zum Nacharbeiten sind Abralon Schleifpads ab 500 empfehlenswert.

Damit das Abtragen von Material genau an dem erforderlichen Messpunkt entlang der eingespannten Nadel vollzogen wird, werden die Messpunkte auf dem Schleifpapier von der Oberkante abwärts aufgezeichnet. Die Oberkante des Schleifpapiers liegt dabei am Absatz, d.h. am Messpunkt 1 an. Die Messpunkte werden dann in Abständen von 1/8 Zoll auf der nicht mit Körnung bestreuten Rückseite des Schleifpapiers aufgezeichnet Die Düsennadel wird zur Bestimmung der Messpunkte an der Schablone angelegt.

System zu Ungenauigkeiten bei der Markierung führen würde. Jeder Messpunkt wird durch einen Strich markiert und nummeriert. Das Stück der Schleifleinen sollte nicht breiter sein als die Länge des wirksamen Bereichs der Nadel. So behält man die Nadelspitze im Auge.

Das mit den Messpunkten auf der Rückseite markierte Schleifpapier bzw. der Schleifleinen wird dann um die Düsennadel gefaltet. Die Oberkante des Schleifpapiers wird an den Absatz gehalten, d.h. in Übereinstimmung mit Messpunkt 1 gebracht. Die Skala muss frei einsehbar sein, so dass mit dem Finger (Daumen und Zeigefinger) genau an dem erforderlichen Messpunkt leichter Druck ausgeübt werden kann. Dreht sich die Düsennadel mit ca. 200 bis 250 U/min so wird ein fünf Sekunden dauernder Druck mit den Fingern auf das Schleifpapier ca. 0,020 mm vom Durchmesser an dem betreffenden Messpunkt abtragen.