Kaufberatung Rolls-Royce Silver Shadow

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Kaufberatung Rolls-Royce Silver Shadow. der Erwerb eines Rolls-Royce Silver Shadow

Die Bedeutung der Fahrgestellnummern

Erster Buchstabe

  • S = Standard 4-doors saloon
  • C = 2-doors saloon (in the US called Coupé)
  • D = Convertible (in England called Drophead coupé)
  • L = Long Wheelbase 4-doors saloon
  • J = Camargue

Zweiter Buchstabe

  • R = Rolls-Royce
  • B = Bentley

Dritter Buchstabe

  • H = Right-hand drive, RHD, Home-market
  • X = Left-hand drive, LHD, Export
  • A = North-American model, Baujahr 1972
  • B = North-American model, Baujahr 1973
  • C = North-American model, Baujahr 1974
  • D = North-American model, Baujahr 1975
  • E = North-American model, Baujahr 1976
  • F = North-American model, Baujahr 1977
  • G = North-American model, Baujahr 1978
  • K = North-American model, Baujahr 1979
  • L = North-American model, Baujahr 1980

Ab dem Baujahr 1980 wurde extra der Buchstabe C für nach Kalifornien ausgelieferte Fahrzeuge hinzugefügt.

Allgemeine Fragestellungen des Rolls-Royce Silver Shadow

  • In welcher Hand ist der Rolls-Royce Silver Shadow?
  • Ist der Silver Shadow Unfallfrei?
  • Handelt es sich um ein Deutsches Fahrzeug?
  • Liegt ein Scheckheft vor oder ein lückenloser Nachweis der Plausibilität der Fahrzeugdaten gründlich prüfen
  • Alle Teile sollten von Rolls-Royce sein (z.B. Exemplare bei denen Hinterachse durch Großserienteile ersetzt wurde = stark preismindernd)
  • Wagen von RR-kundiger Werkstatt begutachten lassen, da Insider den Wert des Wagens besser bestimmen können als ein Gutachter

das Äußere des Rolls-Royce Silver Shadow

Lederverkleidung (auch für Himmel?), Zustand des Leders, Risse? (sehr teuer zu bearbeiten)

Auf Vollstaendigkeit von Türen / Scharnieren achten; da eigenes Schraubsystem = Ersatzteile kosten Geld

Elektrische Fensterheber = frühen Piper-Motoren und Schaltmechanismus waren nicht ausreichend vor Feuchtigkeit u.ä. geschützt und bereiten Ärger. Die spätere, von Lucas stammende Technik ist zuverlässiger.

Zentralverriegelung bzw. Fensterheber: bei Nichtfunktionieren ist oft nur ein korrodierter Schalter schuld (oft genügt mehrmaliges Einsprühen mit MoS2). Gelegentlich kommen aber auch Kabelbrüche bei den Übergängen zu den Türen in Frage.

Intensiver Check aller elektrischen Goodies (müssen funktionieren)

Alle Warnlampen sollen tatsächlich funktionieren.


Klimaanlage: Klimaanlage = sollte die Anlage in dem zur Wahl stehendem Modell nicht funktionieren, so liegt dies meistens daran, dass das Kühlmittel der Anlage, das eigentlich jedes Jahr gewechselt werden soll, nicht ausgetauscht wurde. Und wenn man es sich selbst überläßt, verwandelt es sich in Säure und zerstört die Anlage von innen.

Klimaanlage auf FCKW-freie Kühlmittel umgestellt?

das Aäußere des Rolls-Royce Silver Shadow

A-Säule Lack aufgesprungen?

Stoßstangen zerkratzt? Rost? Orginal?

Ggf. Rost am Ende der Schweller.

Ggf. Rost an den Radkästen.

Blick auf die Scheibenwischer. Die Gelenke der Wischer auszutauschen ist eine extrem Zeit raubende Arbeit.

Kotflügel und Schweller auf Rost untersuchen

Karosserie hinten hängt ist Indiz auf müde Federn

Pusteln auf Dach/Kofferraum/Motorhaube? Sollte Nein sein, wenn ja: auf Blase mit Daumen drücken = Wasser ? = müsste neu lackiert sein

Sehr intensiv von unten ansehen: - Radkästen / Stoßdämpferdome - Räder wackeln = muß fest sein - Unterbodenschutz = für Chassis neu grundiert und lackiert und Unterbodenschutz?

Unterboden durch eine dick aufgetragene Rostschutzschicht und die bis dahin anfälligen vorderen Radkästen durch eine Glasfaserschicht geschützt. Dennnoch kann diese Schicht reißen, so dass Wasser und Schmutz eindringen können.

Buchen und Gelenke der Aufhängung verschleißen. Klopfen beim Bremsen ist ein Zeichen für ausgeschlagene Gelenke. Das läßt sich genau feststellen, wenn man den Wagen nach einer Probefahrt auf einer Hebebühne von unten auf Spiel untersucht.

Verschlissene Buchsen lassen sich ermitteln, indem man sich auf den Türschweller stellt und den Wagen wippt. Wenn klopfende Geräusche die Folge sind, bedeutet dies, daß die Buchsen müde sind. Man kann allerdings mit einem Blick auf die Querlenker feststellen, ob buchsen ausgetauscht werden müssen. Wenn der obere Arm vorn fast an den Hilfsrahmen heranreicht, und hinten eine Lücke klafft, sind die Buchsen verschlissen.

Wenn der Motor läuft, sollte sich der Wagen aufrichten und das Niveau beibehalten, nachdem die Passagiere eingestiegen sind. Während der Probefahrt wählt man die Neutralstellung, so dass der Wagen hinten aufsteigt und weich wird. Gleichzeitig sollte ein klickendes Geräusch von hinten kommen, wenn die Niveauregulierung arbeitet. Hören die Fondpassagiere beim Bremsen ein knackendes Geräusch, dann liegt dies wahrscheinlich an einer defekten

Die Technik des Rolls-Royce Silver Shadow

Niveauregulierung.

Undichtigkeiten sind ein weiterer möglicher Krankheitsherd. Wenn der Wagen nach einer Probefahrt warm gefahren ist, sollte man ihn mit laufendem Motor abstellen, um ihn kurz danach wegzufahren. Zeigen sich Spuren von Flüssigkeit auf dem Boden, dann stammen sie möglicher Weise von einem oder beiden Speichern, die das System versorgen. Gleichzeitig sollte man nach Flüssigkeiten im Bereich des Motorblocks zwischen den Zylinderbänken sehen, die von einer verschlissenen Dichtung in den Pumpen, die die Speicher versorgen, stammen können. Ausgetretene Hydraulikflüssigkeit am Heck des Wagens ist ein Zeichen für undichte Ventile der Niveauregulierung.

Bitten einmal zügig anzufahren, während dabei die Hinterachse beobachtet wird = bewegt sich das Rad im Radkasten nach vorn, sind die Silentbuchsen des hinteren Achsträgers ausgeschlagen (Reparatur rd. 1.000 €)

Beim Beschleunigen und Bremsen auf ein leichtes Zittern achten; ersteres rührt von schadhaften Kreuzgelenken der Antriebswellen her, letzteres von verzogenen Bremsscheiben.

Nach Probefahrt sollten die mittlerweile warm gewordenen Stoßdämpfer dem bekannten Wipptest ausgesetzt werden; hoher Verschleiß an Teleskopdämpfern.

Kritischer Punkt Höhenausgleichszylinder der Niveauregulierung, die zu Undichtigkeiten neigen. Zu erkennen ist dies, wenn am unteren Ende der hinteren Stoßdämpfer Flüssigkeit austritt. (Überholung je Seite rd. 400 €)


Hydrauliksystem: Da das Brems- und Hydrauliksystem um einiges komplexer und aufwändiger als Bremssysteme konventionller Art ist, bedeutet dies auch, daß der entsprechende Pflegeaufwand und (bei einem desolatem bzw. defekten System) der Reparaturaufwand unvergleichbar höher ist.

Folgende Punkte sind zu beachten: 1. Bremsflüssigkeit = es darf nur die Bremsflüssigkeit Castrol RR 363 verwendet werden (ist auch auf dem Schildchen am Bremsflüssigkeitsbehälter zu lesen). Sie ist jedoch sehr hygroskopisch (nimmt Flüssigkeiten auf) und sollte deshalb spätestens alle 2 Jahre (noch besser jedes Jahr) gewechselt werden. Dabei sollte auch der Bremsflüssigkeitsbehälter geöffnet und gereinigt werden. Bei einem gut gepflegten System ist der Flüssigkeitsstand in den Schaugläsern klar erkennbar, die Flüssigkeit selbst klar. Eine grünliche Färbung bzw. von innen verschmutzte Schaugläser sind ein ernstes Warnzeichen. 2. Brempumpen sollten auf Laufgeräusche abgehört werden 3. Druckspeicher können ihre Speicherkapazität und Funktion verlieren, sollten daher regelmäßig auf richtige Funktion überprüft werden 4. Fahrzeuge verfügen über 2 Warnleuchten, die über Druckabfall im jeweiligen Bremskreis informieren sollen. Auch diese sollten regelmäßig auf korrekte Funktion überprüft werden. 5. Bremsschläuche bzw. Bremsleitungen: die Bremsschläuche sollte nach spätestens 8 Jahren getauscht werden. Neigung mit zuzunehmenden Alter zuzuwachsen. Nachfolgemodelle ab Bj. 1980 bzw. einige der letzten Modelle (vor allem Exportfahrzeuge in die USA) wurden mit einer anderen Bremsflüssigkeit (LHM, grün) ausgestatttet. Diese ist mit RR 363 nicht austauschbar und führt bei Verwechslung zu schweren Schäden bzw. vollem Verlust der Bremsfähigkeit. 6. Bremszangen bzw. Bremsklötze: Klötze sitzen sehr eng in der Führung und sollten jährlich ab abgenommenen Rädern auf freie Beweglichkeit kontrolliert werden. Ggf. Von Rost und Schmutz zu befreien. 7. Niveauregulierungsventile der Hinterachse neigen zu Undichtigkeiten. Bei etlichen Fahrzeugen wurden diese abgeklemmt. Daher die hintere Niveauregulierung bei voller Beladung auf richtiges Funktionieren überprüfen.


Bremsanlage und Federung mit Niveauregulierung bilden geschlossenes System und wenn dort normale Bremsflüssigkeit eingefüllt wurde, ist der RR hin = prüfen

Hydraulikleitungen genau untersuchen, vor allem bei Fahrzeugen bei geringer Laufleitstung untersuchen, da oftmals stiefmütterlilch behandelt.

Probleme im Hochdruck-Hydrauliksystem können leicht festgegangene Bremsen verursachen, so dass man kontrollieren muss, ob sich alle Bremsen korrekt lösen. Zudem leidet das System unter einem hohen Verschleiß. Das gilt nicht nur für die Beläge, sondern auch für die Scheiben, die überraschend schnell reif für einen Austausch sind.

Checken der sichtbaren Hydraulikleitungen auf Dichtigkeit

Bremsdruckkontrollanzeige brennt, wenn die Zündung eingeschaltet ist, und erlischt, wenn der Motor läuft (ansonsten Zeichen das Membran im Druckspeicher gerissen ist)

Nachdem man sich überzeugt hat, dass die Warnlampe für den Bremsdruck korrekt funktioniert, kann man die Speicherkugeln überprüfen. Der Motor sollte 4 Minuten laufen, dann abgestellt werden. Nun das Bremspedal zweimal treten. Nachdem erneuten Einschalten der Zündung darf die Warnlampe nicht aufleuchten. Wenn man ungefähr 20 Tritte auf das Bremspedal benötigt, bevor das Licht aufleuchtet, funktionieren die Akkumulatoren. Drei Tritte und ein aufleuchtendes Licht bedeuten Probleme.


Servolenkung: Falls die Servolenkung, ohne Motor das der Motor läuft, sich außerordentlich schlaff anfühlt, ist dies kein beunruhigendes Zeichen. Allerdings neigt die Lenkung zu Undichtigkeiten, so dass man nach Pfützen unter dem Wagen Ausschau halten muss.

Servolenkung und Fahrwerk prüfen = Antriebsstrang von unten ansehen, müsste trocken sein


Motor: Motor anlassen: kurze Zeit Motor weiß qualmt normal, längere Zeit kritisch Klappergeräusche der Hydraulikstößel sollten einige Zeit nach dem Kaltstart deutlich leiser werden (spätestens nach zwei Minuten)

Falls Motor nicht rund läuft kann dies die Folge einer unsachgemäßen Reparatur sein.

Checken ob die Gewinde für die Kerzen 3 und 4 beschädigt sind (da diese immer noch relativ schwer zugänglich sind).

Kühlerdeckel öffnen, Kühlwasser schimmert feine Ölschicht = Zylinderkopfdichtung durch

Undichte Druckspeicher: Motor kurz laufen lassen, abstellen, Zündung an und zehnmal das Bremspedal durchtreten. Leuchtet die Warnlampe im Cockpit, sind die Speicher defekt (Überholkit pro Seite rd. 200 €).

Die hydraulischen Ventilstößel sind anfällig auf zu lange Ölwechselintervalle bzw. minder Ölqualität.


Nebenaggregate des Motors: Starter = i.d.R. zuverlässig, nach Ankauf auszubauen, die Kohlebürsten auf Verschleiß zu kontrollieren bzw. zu ersetzen und das Starterritzel selbst zu kontrollieren.

Lichtmaschine: nicht nur die Keilriemenspannung entsprechend zu überprüfen, sondern auch die Lichtmaschine selbst auf Verschleiß der Bürsten bzw. Lager. Defekte sind eher selten.

Servopumpe für die Lenkung: auf korrekten Ölstand soll geachtet werden (ATF Oel). Häufiger Ärger mit den Druckschläuchen zur Zahnstange. Auf Undichtigkeiten überprüfen, weil sonst Öl auf die heisse Auspuffanlage spritzen kann.

Kühlmittel: nur Markenfrostschutz, der auch für Alumotoren zugelassen ist, verwenden, da auch rosthemmende Additive enthält. Frostschutz sollte spätestens alle 2 – 3 Jahre gewechselt werden, da die Additive rasch ihre Wirksamkeit verlieren (nötig, weil es sonst zu Korrosion zwischen Block und staehlernen Laufbuchsen kommt).

Zusammenfassend: Motor und Nebenaggregate = bei gut gepflegten Exemplaren mit nachvollziehbaren regelmässigen Servicearbeiten halten sich Probleme sich durchaus in Grenzen (natürlich im Bezug zu vergleichbaren Oldtimern entsprechenden Alters).


Getriebeautomatik: Getriebeautomatk – Modell GM 400 Dreigangautomatik: wesentlich besseres Getriebe und billiger zu reparieren als Vorgängermodell. Bei Probefahr unter dem Wagen nach möglichen Lecks suchen. Das ist ein Zeichen für eine defekte Dichtung in der vorderen Pumpe. Wenn Gänge durchrutschen oder nur widerwillig geschaltet werden, kann dies auch Zeichen für ein Defekt sein. Doch meistens stammen die Probleme vom Elektromotor, der die Gänge auswählt, und der sich am Ende des Getriebegehäuses befindet.

Getriebeautomatiköl dunkelbraun statt rot, deutet dies auf verbrannte Bremsbänder oder Lamellen hin.

Hydramatic-Getriebe muß sanft und ruckfrei schalten, das Differential darf weder im Last- noch im Schiebebetrieb hörbar sein.