Lack Reparatur (Silver Shadow): Unterschied zwischen den Versionen

Aus Rolls-Royce Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
(Allgemeine Beschreibung)
Zeile 1: Zeile 1:
==== Allgemeine Beschreibung ====
+
== Allgemeine Beschreibung==  
siehe dazu [[Lack (Silver Shadow)| Merkmale des Lack am Silver Shadow]]
+
siehe dazu Merkmale des Lack am Silver Shadow
  
=== Der Thermolack ===
+
== Erkennen des thermoplastischen Lacks==  
  
Die Firma PPG Industries, Inc. laut Firmenangaben der weltweit größten Lackhersteller und Nachfolger von Ditzler unter dem Produktnamen "Duracryl" weiterhin Thermoplastlacke speziell zur authentischen Oldtimerrestaurierung an.
+
Um herauszufinden, ob Sie es mit einem thermoplastischer Lackes zu tun haben, empfiehlt sich ein einfacher Lösemitteltest.
Thermoplastlacke sind bei richtiger Anwendung auch für Anfänger im relativ leicht zu verarbeiten und somit kostensparend , da keine Staubfreie Lackierkammer benötigt wird.
 
Einen authentischen Lackeindruck auf einem Rolls Royce mit 2K-Lack hinzubekommen ist nahezu unmöglich. Die Lackstruktur und der Glanz sind einfach zu anders.
 
Neu lackierte RR Silver Shadows  sehen mit modernem Lack selbst im Originalfarbton immer irgendwie "anders" aus, der Eindruck wird durch einen modernen Lack völlig zerstört wird, da auch der typische leichten "Speckglanz" völlig fehlt.
 
  
===Verarbeitung mit anderen Lacken===
+
Im besten Fall zeigt der Lack keine Reaktion. Er weicht weder auf noch löst er sich ab, sondern bleibt so fest wie zuvor. Dann kann man mit größter Sicherheit von einem nicht thermoplastischen Lack ausgehen.
  
 +
Im schlechteren Fall reagiert der Lackauf das Lösemittel, indem er weich wird, anquillt oder sich sogar ganz ablösen lässt. Die Folge: er verliert seine Haftung zum Untergrund.
  
 +
Als Lösungsmittel kann man Silikonlöser, Aceton/Propanon/ Dimethylketon nutzen.
 +
 +
== Der Thermolack==
 +
Die Firma PPG Industries, Inc. laut Firmenangaben der weltweit größten Lackhersteller und Nachfolger von Ditzler unter dem Produktnamen "Duracryl" weiterhin Thermoplastlacke speziell zur authentischen Oldtimerrestaurierung an. Thermoplastlacke sind bei richtiger Anwendung auch für Anfänger im relativ leicht zu verarbeiten und somit kostensparend , da keine Staubfreie Lackierkammer benötigt wird. Einen authentischen Lackeindruck auf einem Rolls Royce mit 2K-Lack hinzubekommen ist nahezu unmöglich. Die Lackstruktur und der Glanz sind einfach zu anders. Neu lackierte RR Silver Shadows sehen mit modernem Lack selbst im Originalfarbton immer irgendwie "anders" aus, der Eindruck wird durch einen modernen Lack völlig zerstört wird, da auch der typische leichten "Speckglanz" völlig fehlt.
 +
 +
== Entfernung des Thermolack==
 +
 +
Bei kleineren Ausbesserungen oder Teilentlackung empfiehlt sich die Nutzung von Abbeizern wie z.b. "Abbeizfluid mit der Krähe" von Hohmann GmbH & Co. KG .
 +
 +
Der sicherste Weg zum Entfernen ist die mechanische Entfernung der oberen Lackschicht. Denn nur diese besitzt die thermoplastischen Eigenschaften. Sie können die Grundierung und Füller auf dem Blech lassen. Zum Schleifen eignen sich grobe Papiere der Körnungen 80 bis 120. Schleifmaschinen sollten mit niedrigster Drehzahl arbeiten, um die Reibungswärme möglichst gering zu halten, da sich sonst Thermoplastlack sich erhitzt und weich und klebrig wird.
 +
 +
== Verarbeitung mit anderen Lacken==
 
Kommen wir nun zur Verarbeitung mit anderen Lacken. Sperrgründe sind zwar erhältlich (Standox), jedoch haben mehrere Unterhaltungen mit Profilackierern ergeben, daß diese immer eine Altlackentfernung bis aufs blanke Blech vorziehen. Der Grund ist, daß Thermoplastlack bei stark schwankenden Temperaturen eine Untergrundkonsistenz von "glashart" bis "zähflüssig" aufweist. Ein Sperrgrund muß dies zuverlässig ausgleichen und von der neuen Lackschicht entkoppeln. Daß dies nur schwer funktionieren kann wird jedem einleuchten. Möglicherweise ist ein dauerhaftes Ergebnis zu erzielen, wenn das Fahrzeug keinen extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt wird, aber das dürfte eher hypothetisch sein.
 
Kommen wir nun zur Verarbeitung mit anderen Lacken. Sperrgründe sind zwar erhältlich (Standox), jedoch haben mehrere Unterhaltungen mit Profilackierern ergeben, daß diese immer eine Altlackentfernung bis aufs blanke Blech vorziehen. Der Grund ist, daß Thermoplastlack bei stark schwankenden Temperaturen eine Untergrundkonsistenz von "glashart" bis "zähflüssig" aufweist. Ein Sperrgrund muß dies zuverlässig ausgleichen und von der neuen Lackschicht entkoppeln. Daß dies nur schwer funktionieren kann wird jedem einleuchten. Möglicherweise ist ein dauerhaftes Ergebnis zu erzielen, wenn das Fahrzeug keinen extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt wird, aber das dürfte eher hypothetisch sein.
  
 
Weiterhin spielt dabei auch die Lackalterung des Thermoplastlacks unter der Sperrschicht eine Rolle. Solange Thermoplastlack ordentlich gepflegt und mit Wachsen und Ölen genährt wird, ist er ausgesprochen langlebig und genügsam. Wird jedoch seine Oberfläche von den pflegenden Substanzen abgeschnitten, altert der Lack unter der neuen Lackoberfläche. Dies äußert sich normalerweise in einer spinnwebartigen Rißbildung, wie bei einem alten Ölgemälde.
 
Weiterhin spielt dabei auch die Lackalterung des Thermoplastlacks unter der Sperrschicht eine Rolle. Solange Thermoplastlack ordentlich gepflegt und mit Wachsen und Ölen genährt wird, ist er ausgesprochen langlebig und genügsam. Wird jedoch seine Oberfläche von den pflegenden Substanzen abgeschnitten, altert der Lack unter der neuen Lackoberfläche. Dies äußert sich normalerweise in einer spinnwebartigen Rißbildung, wie bei einem alten Ölgemälde.
  
==== Authentischen Effekt herzielen mit 2k Lack ====
+
== Authentischen Effekt herzielen mit 2k Lack==  
  
Ein weiterer Aspekt, der natürlich eine Rolle spielt, ist der Originalitätseindruck. Eine perfekte 2k-Acryllackierung auf einem Silver Shadow sieht niemals authentisch aus. Selbst mit dem treffenden Farbton nicht. Der Originalauftrag war nie richtig hochglänzend und nie ganz frei von "Orangenhaut". Aus Mangel an Originallacken mit diesen Eigenschaften.  
+
Ein weiterer Aspekt, der natürlich eine Rolle spielt, ist der Originalitätseindruck. Eine perfekte 2k-Acryllackierung auf einem Silver Shadow sieht niemals authentisch aus. Selbst mit dem treffenden Farbton nicht. Der Originalauftrag war nie richtig hochglänzend und nie ganz frei von "Orangenhaut". Aus Mangel an Originallacken mit diesen Eigenschaften.
  
Üblicherweise spritzt man den Acryllack mit etwas weniger Verdünnung so, daß er eine leichte "Orangenhaut" aufweist. Diese Konsistenz ist schwierig zu treffen.  
+
Üblicherweise spritzt man den Acryllack mit etwas weniger Verdünnung so, daß er eine leichte "Orangenhaut" aufweist. Diese Konsistenz ist schwierig zu treffen. Nach der Härtung wird naß geschliffen und mit der Maschine und 3M-Polituren poliert, bis der gewünschte Glanzgrad erreicht ist.
Nach der Härtung wird naß geschliffen und mit der Maschine und 3M-Polituren poliert, bis der gewünschte Glanzgrad erreicht ist.
 

Version vom 31. August 2010, 12:42 Uhr

Allgemeine Beschreibung

siehe dazu Merkmale des Lack am Silver Shadow

Erkennen des thermoplastischen Lacks

Um herauszufinden, ob Sie es mit einem thermoplastischer Lackes zu tun haben, empfiehlt sich ein einfacher Lösemitteltest.

Im besten Fall zeigt der Lack keine Reaktion. Er weicht weder auf noch löst er sich ab, sondern bleibt so fest wie zuvor. Dann kann man mit größter Sicherheit von einem nicht thermoplastischen Lack ausgehen.

Im schlechteren Fall reagiert der Lackauf das Lösemittel, indem er weich wird, anquillt oder sich sogar ganz ablösen lässt. Die Folge: er verliert seine Haftung zum Untergrund.

Als Lösungsmittel kann man Silikonlöser, Aceton/Propanon/ Dimethylketon nutzen.

Der Thermolack

Die Firma PPG Industries, Inc. laut Firmenangaben der weltweit größten Lackhersteller und Nachfolger von Ditzler unter dem Produktnamen "Duracryl" weiterhin Thermoplastlacke speziell zur authentischen Oldtimerrestaurierung an. Thermoplastlacke sind bei richtiger Anwendung auch für Anfänger im relativ leicht zu verarbeiten und somit kostensparend , da keine Staubfreie Lackierkammer benötigt wird. Einen authentischen Lackeindruck auf einem Rolls Royce mit 2K-Lack hinzubekommen ist nahezu unmöglich. Die Lackstruktur und der Glanz sind einfach zu anders. Neu lackierte RR Silver Shadows sehen mit modernem Lack selbst im Originalfarbton immer irgendwie "anders" aus, der Eindruck wird durch einen modernen Lack völlig zerstört wird, da auch der typische leichten "Speckglanz" völlig fehlt.

Entfernung des Thermolack

Bei kleineren Ausbesserungen oder Teilentlackung empfiehlt sich die Nutzung von Abbeizern wie z.b. "Abbeizfluid mit der Krähe" von Hohmann GmbH & Co. KG .

Der sicherste Weg zum Entfernen ist die mechanische Entfernung der oberen Lackschicht. Denn nur diese besitzt die thermoplastischen Eigenschaften. Sie können die Grundierung und Füller auf dem Blech lassen. Zum Schleifen eignen sich grobe Papiere der Körnungen 80 bis 120. Schleifmaschinen sollten mit niedrigster Drehzahl arbeiten, um die Reibungswärme möglichst gering zu halten, da sich sonst Thermoplastlack sich erhitzt und weich und klebrig wird.

Verarbeitung mit anderen Lacken

Kommen wir nun zur Verarbeitung mit anderen Lacken. Sperrgründe sind zwar erhältlich (Standox), jedoch haben mehrere Unterhaltungen mit Profilackierern ergeben, daß diese immer eine Altlackentfernung bis aufs blanke Blech vorziehen. Der Grund ist, daß Thermoplastlack bei stark schwankenden Temperaturen eine Untergrundkonsistenz von "glashart" bis "zähflüssig" aufweist. Ein Sperrgrund muß dies zuverlässig ausgleichen und von der neuen Lackschicht entkoppeln. Daß dies nur schwer funktionieren kann wird jedem einleuchten. Möglicherweise ist ein dauerhaftes Ergebnis zu erzielen, wenn das Fahrzeug keinen extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt wird, aber das dürfte eher hypothetisch sein.

Weiterhin spielt dabei auch die Lackalterung des Thermoplastlacks unter der Sperrschicht eine Rolle. Solange Thermoplastlack ordentlich gepflegt und mit Wachsen und Ölen genährt wird, ist er ausgesprochen langlebig und genügsam. Wird jedoch seine Oberfläche von den pflegenden Substanzen abgeschnitten, altert der Lack unter der neuen Lackoberfläche. Dies äußert sich normalerweise in einer spinnwebartigen Rißbildung, wie bei einem alten Ölgemälde.

Authentischen Effekt herzielen mit 2k Lack

Ein weiterer Aspekt, der natürlich eine Rolle spielt, ist der Originalitätseindruck. Eine perfekte 2k-Acryllackierung auf einem Silver Shadow sieht niemals authentisch aus. Selbst mit dem treffenden Farbton nicht. Der Originalauftrag war nie richtig hochglänzend und nie ganz frei von "Orangenhaut". Aus Mangel an Originallacken mit diesen Eigenschaften.

Üblicherweise spritzt man den Acryllack mit etwas weniger Verdünnung so, daß er eine leichte "Orangenhaut" aufweist. Diese Konsistenz ist schwierig zu treffen. Nach der Härtung wird naß geschliffen und mit der Maschine und 3M-Polituren poliert, bis der gewünschte Glanzgrad erreicht ist.