Sicherungsleiste (Rolls-Royce Silver Shadow)

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Rolls-Royce Silver Shadow Sicherungsleiste

Sicherungsleiste des Rolls-Royce Silver Shadows und Bentley T1

Rolls-Royce Silver Shadow Vorsicherung Radio unter dem Top Roll

Eine Schmelzsicherung ist eine Überstromschutzeinrichtung, die einen Stromkreis bei zu hoher Stromstärke durch die thermische Wirkung des Stroms unterbricht und dadurch zerstört wird.

Teilweise wird die Schmelzsicherung in der elektrotechnischen Literatur einfach als Sicherung bezeichnet und dieser Terminus dann für andere Schutzeinrichtungen, wie Leitungsschutzschalter, Selbstrückstellende Sicherung und Elektronische Sicherungen abgelehnt. Diese Praxis entspricht nicht dem gängigen Gebrauch des Wortes Sicherung in wissenschaftlicher und Umgangssprache. Auch in Wörterbüchern wird der Begriff Sicherung weiter gefasst.

Sicherungen bestehen aus einem isolierenden Körper, der zwei durch einen Schmelzleiter verbundene elektrische Kontakte oder Drahtanschlüsse aufnimmt. Der Schmelzleiter wird durch den ihn durchfließenden Strom erwärmt und schmilzt, wenn der Bemessungsstrom der Sicherung deutlich überschritten wird. In diesem Fall wird die Sicherung unbrauchbar und muss durch eine Neue ersetzt werden. Der Schmelzleiter, in der Regel aus Elektrolytkupfer (E-CU) oder Feinsilber (Ag 1000/1000) hergestellt, ist von Luft oder Quarzsand als Lichtbogenlöschmittel umgeben. Quarzsand ist erforderlich, um den Lichtbogen zu löschen, der beim Unterbrechen des spezifizierten Abschaltstromes entsteht, der mehrere Größenordnungen höher als der Ansprechstrom sein kann. Der Schmelzleiter durchläuft während des Ansprechens die drei Aggregatzustände (fest, flüssig, gasförmig). Im gasförmigen Zustand des Schmelzleiters entsteht ein Plasma, der Stromfluss erfolgt über dieses – es bildet sich ein Lichtbogen. Dabei schlägt sich der Metalldampf des Schmelzleiters auf der Oberfläche der Quarzsand-Körner nieder und kühlt dadurch den Lichtbogen stark ab. In der Folge wird der Widerstand im Inneren des Sicherungseinsatzes so groß, dass die Höhe der wiederkehrenden Spannung nicht ausreicht, den Stromfluss erneut herzustellen bzw. den Lichtbogen wieder zu zünden. Der Lichtbogen verlischt und die zu schützende Leitung ist damit von der versorgenden Strom-/Spannungsquelle getrennt.

Die korrekte Funktion der Lichtbogenlöschung ist im wesentlichen abhängig von der Körnung, der Reinheit und der Packungsdichte des verwendeten Quarzsandes. Das Löschmittel muss absolut frei von organischen Verbindungen sein. Die den Quarzsand oft begleitenden Feldspat-Bestandteile müssen vollständig entfernt werden, da Feldspat den Glasfluss des Sandes fördert. Die Annahme, der Quarzsand würde unter der Einwirkung der Lichtbogentemperatur einen Glasfluss erzeugen und dadurch die Lichtbogenlöschung einleiten, ist unzutreffend. Glasfluss im Inneren eines Sicherungseinsatzes darf nicht eintreten, weil Glas im glühenden Zustand elektrisch leitend wird. Dadurch würde sich der gegenteilige Effekt von dem einstellen, was erreicht werden soll.

Noch heute sind in Großbritannien wiederbedrahtbare Sicherungen in Altanlagen gebräuchlich. Der Rewireable Fuse Carrier nach BS 3036 ist mit einem Sicherungsdraht in den Stärke 5, 15, 20 oder 30 Ampere bestückt und befinden sich im Stecker selbst. Allerdings wird zunehmend die dort noch dominante Ring-Circuit durch Unterverteilungen ausgetauscht. Darüber hinaus gibt es verschiedene Systeme bei denen das Ersetzen („flicken“) des Sicherungsdrahtes im Sicherungselement vorgesehen wurde. Beispielsweise ist das bei dem unter anderem in Großbritannien bis zum Jahr 2001 zulässigen „Wylex-Standard“ der Fall. Die Sicherungseinsätze werden auch als „rewirable fuse“ bezeichnet, sind im britischen Standard BS 3036 [2] festgelegt und wurden bevorzugt in Elektroinstallation mit Ringtopologie nach BS 1363 eingesetzt. Dazu besteht der Sicherungskasten („Consumer-Unit“) aus Einsätzen in welche der Anschlussinhaber einen entsprechenden Sicherungsdraht mit passender Stromstärke selbst einsetzen muss. Zu diesem Zweck sind im Handel Ersatz-Sicherungsdrähte erhältlich. Aufgrund der Gefahr von Stromunfällen und unsachgemäßer Handhabung wird auch in Großbritannien das Wylex-System durch den Einsatz von Leitungsschutzschaltern ersetzt. In Altinstallationen ist das „Flicken“ von Sicherungen mit Sicherungsdraht aber auch nicht mehr zulässig.