Vergaser (Rolls-Royce Silver Shadow II)

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HIF 7 Vergaser im Rolls Royce Motorraum

Zwei SU-Vergaser HlF 7 (Flachstromvergaser mit integraler Schwimmerkammer) init Saugrohrweite 47,6 mm (1,875 in) sind auf einem T-Stück in der Mitte über dem Ansaugkrümmer mit acht Zweigrohren angeordnet. ln dieser Vergaserbauart wird die Öffnung der Drosselklappe und die Stellung der Düsennadel automatisch dem Bedarf des Motors angepaßt. Beim Ansaugen der Luft in den Vergaser wirkt der Kolben als Hemmung, so daß ein Unterdruck im Raum zwischen Drosselklappe und Kolben entsteht. Dieser Unterdruck wird durch Uberströmlöcher im Kolben in den Raum über den Kolben geleitet und drückt somit den Kolben nach oben. Der auf dieseWeise gehobene Kolben mindert den Unterdruck im Raum zwischen Kolben und Drosselklappe bis.eine Stellung entsteht, wo die auf den Kolben wirkende Kraft durch das Gewicht des Kolbens und den von der Kolbenfeder ausgeübten Druck ausgeglichen wird.

gebrauchter HIF 7 Vergaser

Die Vergaser sind mit einer federbeaufschlagten Düsennadel versehen. Diese ist stromabwärts vorgespannt und arbeitet in einer Hauptdüse 2,54 mm . Ein Zentrieren der Düse ist nicht erforderlich.

Schwimmerkammer

Die Schwimmerkammer ist im Vergasergehäuse angeordnet; sie ist nach Entfernen der unteren Deckplatte zugänglich. Der aus einem Formteil bestehende Schwimmer ist ringförmig am Umlang des Düsenhallers angeordnet und ist um eine parallel zum Saugrohr liegende Achse schwenkbar. Der Schwimmer.wird durch eine Spindel festgehalten, die in das Gehäuse eingeschraubt wird.

Der Kraftstoft strömt durch ein Messingrohr auf der Selte des Vergasergehäuses und ein Nadelventil in die Schwimmerkammer. Die Düse ist in das obere Ende eines Aluminiumrohrs eingepreßt, welches seinerseits in ein Kunststofformteil eingedrückt ist. Dieses mit Düsenhalter bezeichnete hohle Formstück ist unten offen, so daß Krattstoff in das Düsenrohr eintreten kann.

Gemischregulierung

Die Gemischregulierung im Vergaser Typ HIF erfolgt durch eine senkrechte Verslellung des Düsenrohrs.Diese Dtisenverstelleinrichtung besteht aus einemWinkelhebel mit Armen ungleicher Länge, der mit einer Bimetallfeder befestigt ist. Eine Aussparung in der Bimetallleder ist für die Aufnahme des Düsenhalters vorgesehen, der Düsenhalter hat eine derartige Form, daß jede Bewegung der Bimetallfeder aul den Düsenhalter übertragen wird und ihn in der senkrechten Ebene verstellt.

Der Winkelhebel und die Bimetallfeder sind durch federbeaufschlagte Schrauben im kurzen Arm des Hebels am Gehäuse befestigt. Diese Befestigung erlaubt ein Schwenken des Hebels an der Außenkante des kurzen Arms, die Feder sorgt für eine Vorspannung gegen die Düsenregulierschraube.

Die Düsenregulierschraube ist auf dem äußerenEnde des längeren Regulierhebelarms angebracht. Durch Einschrauben der Regulierschraube wird dieDüse gesenkt, um das Gemisch anzureichern. Ein Herausschrauben der Regulierschraube erlaubt ein Zurückziehen des Hebels zusammen mit der Düse durch die Federkraft, dadurch wird das Gemisch geschwächt. Nach richtiger Gemischeinstellung kann die Düsenregulierschraube durch Anbringen eines Stopfens in der Aussparung im Vergasergehäuse plombiert werden

Düsennadel

Die in jedem Vergaser vorgesehene Düsennadel erhält durch eine Feder Vorspannung zu einer bestimmten Lage in der Düsenöffnung.Der Nadelbund liegt gegen einen Vorsprung in derNadelführung an. Unter dem Federdruck wird dis Nadel dauernd in einer dem Luftstrom entsprechenden Stellung gehalten. Da die Nadel in einer vorbestimmten Stellung gehalten wird, ist ein Zentrieren der Nadel unnötig, so daB ein nichtzentrierbarer Düsenstock vorgesehen wurde. Um den richtigen Einbau zu versichern, ist auf der Nadelführung eine Ausrichtungsmarke eingraviert, welche halbwegs zwischen den Aussparungen im Schleber liegen sollte.

2. Kraftstofffilter

lm Filtergehäuse auf der Seite jedes Vergasers ist ein Filtereinsatz vorgesehen. Nach den im Wartungskalender vorgeschriebenen Zeit sind diese beiden Filtereinsälze zu ersetzen. Sie können nicht gereinigt oder aufbereitet werden.


Schubluftventile

lm Schubbetrieb d.h. beim Auslaufen mitgeschlossener Drosselklappe reicht das dem Motor zugeführte Gemisch nicht aus, eine ordnungsgemäße Verbrennung aufrechtzuerhalten. Aus diesem Grund sind die Schubluftventile vorgesehen, die bei starkem Unterdruck im Saugrohr zusätzliches Gemisch durch die Drossel klappen strömen lassen. Ein Schubluftventil ist in der Drosselklappe jedes Vergasers angeordnet. Ein Schubluftventil besteht aus einem kleinen Teller, der durch einen Federstift gegen die Drosselklappe gehalten wird. Unter normalen Bedingungen bleibt der Teller gegen die Drosselklappe angedrückt. Bei einem plötztichen Schließen der Drosselklappe hebt der erhöhte Unterdruck im Saugrohr den Teller von seinem Sitz und läßt dadurch eine dosierte Menge Gemisch durch die Drosselklappe strömen. Die Schubluftventile sorgen also für eine zufriedenstellende Verbrennung im Schubbetrieb und verringern dadurch die Emission von Kohlenwasserstoffen. Sobald der Unterdruck im Saugrohr nach Schließen der Drosselklappen abnimmt, wird der Teller des Schubluftventils wieder gegen die Drosselklappe.

Schubklappe.jpg