Gut Rox

ein Markenname mit der Namensgebung durch einen Ort.

Bereich im 12. Jahrhundert ist der Hof unter dem Rockshof erwähnt worden und gehörte zum Kapitel in Rees

Gut Rox wurde zwischen den beiden Flüssen Niers und Schleck im Süden der befestigten Stadt und Burg Wachtendonk errichtet . Diese wurde im Land Geißern gegründet, das die Erzbischöfe von Köln in Besitz genommen hatten. Im Laufe seiner wechselvollen Geschichte gehörte das Städtchen mal zum Herzogtum Geldern, mal zum Herzogtum Kleve. Im achzigjährigen Krieg zwischen den Niederlanden und Spanien geriet Wachtendonk immer wieder zwischen die Fronten und verlor 1607 seine Befestigungen. Im Frieden von Utrecht kam Wachtendonk zu Preußen und wurde unter Napoleon 1798 bis zum Wiener Kongress französisch.  

Die erste urkundliche Erwähnung des Roxhofes wird in der Wachtendoner Geschichte mit 12 Jh. .vermerkt. Danach begegenen wir dem Gut Rox erst wieder 1420 als der Besitzer von Gut Rox von Wilhelm von Wachtendonk drei Morgen Bruch und 4 Morgen bekommen hatte für ein Pferd "zo des Herren dienst".  Da der Hof kaum 1000 m südlich der Burg Wachtendonk auf der anderen Niersseite gelegen ist, wird seine Geschichte eng mit der der Stadt Wachtendonk verbunden sein und damit seine wechselnden Herrschaftsbeziehungen mit erlebt haben. Das heißt, dass er das, was auf dem Hof an Lebensmitteln hergestellt werden konnte, wurde mal nach Geldern und Kleve, mal an die Niederländer und mal an die Spanier oder gar die Franzosen verkauft. Wie dieser Hof im Mittelalter und der frühen Neuzeit ausgesehen hat, kann heute nicht mehr rekonstruiert werden. Aus der Karte des JAcob von Deventer können wir zwar seine Existenz und Lage ersehen, aber wirkliche Rückschlüsse auf seine Gebäude sind nicht möglich. Ob der Hof vielleicht auch eine Funktion für Burg hatte, indem er an einer Furt durch die Niers lag, kann auch nicht mit Sicherheit behauptet werden. Auf jeden Fall existierte er weiter, bis er wieder durch denfranzösischen Geographen Jean Joseph Tranchot, der seit 1801 eine topographische Aufnahme der Rheinlande auf persönlichen Befehl Napoeons aufnahm, die dann später durch die Preußen fortgrführt worden ist. 

Auf dieser Karte lassen sich sehr gut die steinernen Gebäude des Hofes erkennen, die schon die heutige Lage zwischen den Kanälen und Wegen erkennen lassen. Deutlich wird auch, dass der Roxhof von einem Graben umgeben wird. Ob es sich dabei um eine Schutzmaßnahme für eine reine landwirtschaftliche Anlage handelt, darf bezweifelt werden. Zumal die Tranchotkarte inbesondere unter militärischen Gesichtspunkten erstellt worden ist. 

Auf jeden Fall haben nicht nur der Brand der Stadt Wachtendonk 1708 sondern auch alle späteren geschichtlichen Wechselfälle Urkunden und schriftliche Hinweise auf den Hof vernichtet, so dass sich lediglich einige Familiennamen und wenige Briefe, die an den “Gutsherren Stehmans” gerichtet sind,  für die letzten 200 Jahre finden lassen, die diesen Hof bewirtschaftet haben. 

Im Laufe der ausgiebigen Rechere und Suche sind bis heute kaum Fragmente der Zeit vor 1700 gefunden worden. Das heutige Ensemble bestehend aus einem 2 geschossenem Haupthaus mit 5 wachsigem Krüppelwalmdach und ist im Kern bis zu 300 Jahre alt. Als das Älteste kann man Zweifels Ohne das Haupthaus betrachten was gegen 1750 gebaut wurde und schon bei der Übernahme der letzten Besitzerfamilie um 1820 stand. Das Gebäude dürfte auf den Resten eines älteren Gebäudes aufbauen und ist zu großen teilen original belassen seit 1940.

Die angrenzenden Scheunen wurden je nach Torsteinen zwischen 1850 und 1909 erbaut, wobei das heutige Torhaus das älteste Nebengebäude darstellt. Der Torstein ist von 1850 und bildete Lange den Zugang zu einem T Hof. Im Jahr 1909 wurde die Hofanlage durch einen Neuen Gesinde Bereich und einen Pferdestall geschlossen,

Die jüngere Geschichte bedarf noch der Aufarbeitung Der Hof in der heutigen Form steht als Vierkanthof unter Denkmalschutz. Nach dem Krieg diente das Objekt als Nutria Farm und später als ein Pachthof für Milch Wirtschaft. Im Zuge der letzten 60 Jahre hat sich durch glückliche Zufälle und trotz des Wandels der Landwirtschaft sehr wenig am Gutshof getan. Es sind zwar Gebäude an dem Ensemble abgerissen worden und es sind mehre Gebäude dazu gekommen, aber bis auf eine Moderne Halle ist bis heute nichts dazu gekommen und länger als 10 Jahre stehen geblieben. Der Wandel der Zeit hat sich kaum bemerkbar gemacht. Es scheint fast als ob die Zeit stehen geblieben sein. Die heute sehr selten anzutreffenden Eisenfenster aus dem Kälberstall sind genauso erhalten wie die Fenster mit den Runden Mundgeblasen Scheiben. 

Sein großes Torhaus mit einem echten Hoftor und einen blinden Hoftor, die beide mit einer Gaube gekrönt sind, ist von weitem zu erkennen. Der lange Nordflügel bietet dem Besucher eine geschlossene, eher abweisende lange Mauer, die durch drei Fenster, einer  kleinen Tür und einem kleinen Tor aufgelockert wird. Der Davor gelegene Garten lag zwischen dem Hof und dem heute zu einem Wohnhaus umgebauten Backhaus, das sich ebenfalls noch auf der durch den Graben geschützten Hofplatte liegt. Hinter dem Torhaus in Richtung Süden verborgen und vom Weg zurückgesetzt, steht das fünfachsige Wohnhaus, das im Obergeschoss noch schöne alte Rundbogenfenster mit der Verzierung durch eine Lyra geschmückt wird. Davor liegt einer kleiner, mit einem alten Zaun begrenzter Vorgarten im französischen Stil. Im Süden schließt sich der Küh- und Kälberstall an, der sich durch große Eisenfenster auszeichnet und vor dem der Graben mit seinen alten Birnbäumen verläuft. Die Westwand des Kälberstalls ziert ein riesiger Giebel mit zwei Rundbogenfenstern und einem rundem Fenster. Die Vierkantanlage wird zum Nordflügel durch kleiner Stallungen mit verworrenen Dachkonstruktionen geschlossen. 

Der Innenhof mit seinen Toren und Abdächern vermittelt noch heute einen Schutzbietenden Eindruck. Seine alte Katzenkopfpflasterung lässtbeim Besucher den Eindruck entstehen, als sei er in eine alter Zeit zurückversetzt.

Wer in den Hof tritt und die Tür schleißt wird ein Objekt sehen welches sich in allen Fragmenten in einem Realen originalen Zustand befindet. Kein Detail selbst die Steckdosen sind nicht in dem Zustand wie er vor 60 Jahren schon. Jedes Detail entspricht den Gedanken der Vergangenheit. Von der originalen Bakelit Steckdose bis hin zum eisernen Tor beschlag. Unser Anspruch war der gleiche Wie bei den Fahrzeugen nicht alles alte zu entfernen sondern das bestehende Zu akzeptieren auch wenn es Fehlerhaft ist aus heutiger Sicht.  Wir vertreten nicht den Anspruch das alte zu zerstören um eine Gegenwärtige Meinung der Prefektion auf Kosten der Realität zu zerstören. Heute will man zwar möglichst vieles haben was ALT aussieht aber Retro ist meistens nicht alt sondern im Sinne von Alt.


Seit nun mehr 5 Jahren wird der Hof mit viel Hingabe für das Detail versucht wieder vollständig von den Sünden des Plastik, Kleb, und Weg Werfzeitalters und dem zerstörerischen Nagenden Zahns der Zeit zu befreien.Es wird versucht auf die üblichen Modernismen bei der Restaurierung weitestgehend zu verzichten, um die Moderne Nutzbarkeit mit dem historischen Eindruck harmonisch zu verbinden.

Wir unterscheiden ganz klar in Retro Elementen und wirklich Alt. So mag es eher unseren Gedanken entsprechen, dass man das Neue als solche Kennzeichnet und Erkennen kann als dem neuen Alten den kurzfristigen Anschein eines Alten zu geben was sowieso auf den 3. Blick nicht als alt zu erkennen ist.

Im Herbst 2016 wurde der 1944 zerstörte Obstgarten auf dem Nordöstlichen Stück des Grundstücks nach historischem Vorbild wieder hergestellt. Natürlich werden die Pflanzen nicht in den ersten Jahren wieder die volle Größe erreichen, aber durch die Verwendung von historischen Sorten wird der Obstgarten bzw die die Streuobstwiese dem original vor 100 Jahren sehr nahe kommen. Das Vorbild war im Zuge des Baus des Bunkers und der immer größer werdenden Maschinen entfernt worden.